Immer mehr Menschen wünschen sich ein Leben frei von Barrieren. Das eigene Heim ist dabei ein wesentlicher Knotenpunkt, um den Alltag zu erleichtern. Um diesen Wunsch nach Selbstständigkeit und Freiheit zu erfüllen, sind allerdings einige Faktoren beim Umbau zu beachten. Wie Sie einen barrierefreien Ausbau am besten vornehmen, erfahren Sie hier vom Immobilienexperten Stefan Gassner, Geschäftsführer von SAGE Immobilien.

Was bedeutet barrierefreies Wohnen?

Immer öfter hört man von dem Begriff „barrierefrei“ – doch was bedeutet dieser Ausdruck genau? Bekannt ist Ihnen dieser sicher im Zusammenhang mit der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Barrierefreiheit soll sicherstellen, dass eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen möglich ist.

Barrierefreiheit hilft Menschen, die auf irgendeine Weise eingeschränkt sind, ihr Leben ohne fremde Hilfe meistern zu können. Es geht also um ein selbstbestimmtes Leben –dieses Konzept trifft demnach auf Menschen jeden Alters zu. Eine Wohnsituation, die an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst ist, nimmt dabei natürlich eine spezielle, wichtige Rolle ein.

Voraussetzungen für Umbauten auf Barrierefreiheit

Barrierefreies Bad

Nicht immer sind barrierefreie Umbauten gestattet.

Grundsätzlich hat jeder das Recht auf einen barrierefreien Umbau. Allerdings müssen Sie als Mieter vorher die Zustimmung Ihres Vermieters einholen – und zwar mit einem berechtigten Interesse. Das liegt vor, wenn eine körperliche Einschränkung vorliegt. Kleinere Anpassungen, wie das Anbringen von Haltegriffen, müssen nicht genehmigt werden.

Um die wohnliche Umgebung effizient und individuell passend gestalten zu können, sind einige Kriterien zu erfüllen. Einer der wichtigsten Aspekte ist ein barrierefreier Zugang – Hindernisse, wie steile oder viele Stufen können im Falle eines Rollstuhls etwa durch Rampen (maximale Steigung: 6%) ausgeglichen werden. Auch Hebebühnen oder ein Lift können als Alternativen dienen. Dafür benötigen Sie natürlich die nötigen baulichen Voraussetzungen – informieren Sie sich also vorab.

Tipp: bei einer Sehbeeinträchtigung helfen starke farbliche Kontraste! Nehmen Sie Veränderungen an Türen, Treppenstufen oder an Handläufen vor. Die Erleichterung kann groß sein.

Tipps für barrierefreies Umbauen

Doch vor allem auch das innere Zuhause sollte so eingerichtet sein, dass sich möglichst geringe Behinderungen im Alltag ergeben. Die jeweiligen Räume halten unterschiedliche Anforderungen bereit, die dies gewährleisten können.

Überprüfen Sie, ob auf die folgenden Faktoren unserer Checkliste eingegangen werden kann:

  • Leichte Erreichbarkeit: beachten Sie Hindernisse, die den Zugang zur Wohnung erschweren.
  • Breite des Flurs: ist genügend Platz für einen Gehwagen/Rollator/Rollstuhl (min. 120cm)?
  • Breite der Türen: 80cm sollten hier zur Verfügung stehen.
  • Rutschfestigkeit: sind Teppiche und Fußmatten rutschfest verlegt? – wichtig: Badezimmer!
  • Fenster: diese sollten sich leicht öffnen lassen und frei zugänglich sein.
  • Badezimmer: Möglichkeit einer bodengleichen Dusche? Haltegriffe? Platz für Rollstuhl?
  • Toilette: es sollte eine ausreichende Sitzhöhe vorhanden sein (auch Haltegriffe).
  • Küche: sind bequeme Sitzmöglichkeiten vorhanden? Gute Zugänglichkeit der Küchengeräte und Lebensmittel beachten! Bedienung der Elektrogeräte vom Rollstuhl aus möglich?
  • Möbel und Bett: das Mobiliar sollte ausreichend hoch bzw. höhenverstellbar sein – so gestaltet sich das Aufstehen unkomplizierter. Überprüfen Sie auch, ob das Bett von mehreren Seiten zugänglich ist. Wie sieht es mit Abstellflächen, Steckdosen und Lichtschaltern neben dem Bett aus?

Dies sind einige der wichtigsten Orte, an denen Sie für Barrierefreiheit sorgen können. Natürlich gibt es im Detail noch unzählige weitere kleine Hilfen, mit denen der Alltag deutlich einfacher wird. Je nach Bedürfnis und Wunsch, können Sie sich gemeinsam für den benötigten Grad an Unterstützung entscheiden.

Förderungen für barrierefreies Bauen

Förderungen barrierefrei wohnen

In jedem Bundesland sind die Förderungen unterschiedlich!

Möchten Sie sich gerne genauer zu einem Bau oder Umbau informieren, helfen kostenlose und unabhängige Beratungsstellen weiter. Holen Sie sich Tipps und Ideen für die Planung oder lassen Sie sich bei der Finanzierung behilflich sein.

Umbauten für Seniorenwohnungen beispielsweise, werden in allen Bundesländern Österreichs gefördert. Über die jeweiligen Wohnbauförderungen informieren Sie sich am besten auf den Websites der jeweiligen Bundesländer.

Wenn Sie nach einer neuen Wohnung in Ihrem Bundesland Ausschau halten, informieren Sie sich vorab bei Ihrem Immobilienmakler, ob barrierefreies Umbauen erlaubt ist!

Inzwischen gibt es vielfältige Möglichkeiten, um ein barrierefreies Wohnen zu ermöglichen. Manchmal kann schon mit ein wenig Aufwand mehr Lebensqualität garantiert werden. Beachten Sie die nötigen wohnlichen Voraussetzungen, holen Sie sich bei Bedarf eine Genehmigung und informieren Sie sich über lokale Förderungen. Wir wünschen einen erfolgreichen Umbau!